
Die Wurzelbehandlung dient der vollständigen Entfernung von Bakterien aus einem entzündeten Zahn. Gelingt dies, kann der Zahn über viele Jahre erhalten werden. Falls jedoch Bakterien in den Wurzeln verbleiben, entwickelt sich über kurz oder lang eine Entzündung des Knochens, welcher die Wurzelspitze umgibt. Das kann zu Schmerzen, zu eitrigen Entzündungen,
zu Zysten und anderen Problemen führen.
Moderne Methoden der Wurzelbehandlung ermöglichen es uns, die oben beschriebenen Probleme nahezu zu 100 % zu vermeiden. Allerdings ist mit
diesen Konzepten ein stark erhöhter Zeitaufwand während der Behandlung notwendig. Ebenso sind viele moderne Hilfsmittel, wie z.B. Vergrößerungshilfen (Lupenbrille, OP-Mikroskop), maschinelle Aufbereitungssysteme (die zur Säuberung des Zahnes eingesetzt werden), sowie moderne Wurzelfülltechniken (thermoplastische Wurzelfüllungen) und vieles mehr notwendig, um dieses Ziel zu erreichen.
Diese modernen Methoden haben sich in den letzten 15 Jahren entwickelt
und werden von Spezialisten in der ganzen Welt dem traditionellen Konzept
der Wurzelbehandlung vorgezogen.
Die Behandler in unserer Praxis haben sich bei namhaften Spezialisten fortgebildet, um Ihnen die bestmögliche Behandlung anbieten zu können.
Ab dem 01.03.2007 verwendet die Zahnärztliche Praxisklinik Dr. Borrmann bei Wurzelkanalbehandlungen mit dem Operationsmikroskop ausschließlich Einmal – Wurzelkanalinstrumente.
Grund hierfür ist eine Untersuchung der Universität Witten – Herdecke, nach der selbst bei aufwendigster Reinigung, Desinfektion und Sterilisation mikroskopisch kleine Partikel (v.a. sog. Prionen) auf der stark strukturierten Oberfläche der Wurzelkanalinstrumente zurückbleiben können. Für Sie als Patienten wird hierdurch eine noch größere Qualität und Sicherheit während der Behandlung garantiert.


Die Wurzelkanalbehandlung stellt einen der kompliziertesten zahnmedizinischen Eingriffe dar. Daher ist es möglich, dass die erste Behandlung, vor allem wenn sie nach konventionellen Methoden durchgeführt wurde, nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Weiterhin kann es vorkommen, dass ein bereits behandelter Zahn gar nicht abheilt, oder nach Monaten bis Jahren wieder Beschwerden entstehen. Sollte einer dieser Fälle eintreten, kann eine erneute Behandlung des Zahnes, die sogenannte Revision, doch noch den gewünschten Erfolg bringen und ein chirurgischer Eingriff oder die Zahnentfernung vermieden werden.
Die Erstbehandlung war nicht erfolgreich, aus folgenden möglichen Gründen:
• Enge oder gekrümmte Kanäle konnten während der ersten Behandlung nicht ausreichend gereinigt werden.
• Die komplizierte Struktur des Wurzelkanalsystems bzw. zusätzliche Kanalsysteme konnten bei der ersten Behandlung nicht oder nicht vollständig behandelt werden.
• Die Füllung konnte auf Dauer eine erneute Infektion des Zahninneren nicht verhindern.
In jedem Fall wurde das wichtigste Ziel der Wurzelkanalbehandlung, die Entfernung und Fernhaltung aller Keime aus dem Zahn, nicht erreicht.
Vor Behandlungsbeginn wird ein kleines elastisches Tuch um den Zahn angebracht (Kofferdam). Dies dient dazu, den Zahn während der Behandlung frei von Speichel und Bakterien zu halten. Der Zahn wird erneut geöffnet und ein Zugang zu den Wurzelkanälen geschaffen. Dazu kann es notwendig sein, eine evtl. vorhandene Krone zu entfernen. Die alte Wurzelfüllung wird entfernt und das Zahninnere nach bisher unentdeckten Wurzelkanälen und Hohlräumen abgesucht. Diese winzig kleinen Strukturen sind ohne die Hilfe eines OP-Mikroskopes meist nicht auffindbar, ebenso kann die Entfernung der alten, infizierten Wurzelfüllung ohne starke Vergrößerung nicht hinreichend kontrolliert werden.
Die Wurzelkanäle müssen nun mit feinsten Intrumenten in ihrer gesamten Länge aufbereitet mit desinfizierenden Spüllösungen gesäubert werden. Dabei muss man die Wurzellänge mit Hilfe diagnostischer Verfahren ermitteln. Die herkömmliche Technik – die Röntgentechnik – bringt viele Informationen bezüglich Wurzelkonfiguration, eventeueller Schwierigkeiten wie enge und extrem krumme Kanäle. Die genaue Wurzelkanallänge wird aber mit Hilfe elektronischer Messgeräte ermittelt (Endometrie). Auch in Fällen, wo Röntgenaufnahmen nicht durchführbar sind (z.B. schwangere Patientinnen oder Fälle mit extremer Würgereizsituation), kann man die Wurzelkanallänge elektronisch ermitteln und die endodontische Behandlung durchführen.
Nach mechanischer Ausformung der Wurzelkanäle werden diese mit bioinerten, dreidimensional stabilen Wurzelkanalfüllungen bakteriendicht verschlossen. Die Füllungen bestehen aus Guttapercha (Naturprodukt, eingetrockneter Milchsaft der subtropischen Baumart Palaquium oblongifolium), welche in einem Spezialverfahren erwärmt und erweicht in den Kanal unter mikroskopischer Kontrolle dreidimensional kondensiert werden kann. Durch dieses Wurzelkanal-Füllverfahren lassen sich sogar kleinste Verästelungen und Seitenkanäle hermetisch abfüllen. Nach abgeschlossener Revisionsbehandlung sollte der Zahn möglichst bald mit einer Krone versorgt werden, um den Zahn vor Frakturen und einer Reinfektion zu schützen und die volle Funktionsfähigkeit wieder herzustellen.
Ziel jeder Therapie muß die Entfernung der Bakterien sein und die Entzündung zu stoppen.
Dabei stehen zwei Möglichkeiten zur Auswahl:
1. Die Revision der Wurzelfüllung und damit der Erhalt des eigenen Zahnes
2. Die Entfernung des betroffenen Zahnes
Wird der Zahn entfernt, muss die Lücke im Gebiss, geschlossen weden. Dies kann durch eine Brücke, einen herausnehmbaren Zahnersatz oder ein Implantat geschehen, um die Kaufunktion wieder herzustellen und einer allmählichen Fehlstellung der Nachbarzähne vorzubeugen. Diese Alternativen sind in der Regel kostenintensiver und zeitaufwändiger als die Revisionsbehandlung des natürlichen Zahns. Außerdem ist zu beachten: Gleichgültig wie effektiv Zahnersatz ist, er läßt sich mit Ihrem natürlichen Zahn nicht vergleichen.